ELIZABETH THALLAUER

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* Verlängert bis 10. Januar 2021

Kunst im Spannungsfeld zwischen Text und Bild hat nicht nur im westeuropäischen Kunstraum eine lange Tradition. Vom Betrachter wird Sprache gesehen, gelesen und immer auch bildlich erfahren. Die fünf für die Ausstellung Written Imagery ausgewählten Künstler*innen machen Sprache zum Bild, ihre Muttersprache, das später erworbene Deutsch oder Englisch als normierte Computersprache. Alle bringen einen anderen kulturellen Hintergrund mit. Die in der islamischen Kultur aufgewachsenen Künstler Aatifi und Babak Saed sind Grenzgänger zwischen den Kulturen. Während Aatifi unlesbare skripturale Elemente verwendet, ohne von uns deren Lesbarkeit zu erwarten, lotet Elizabeth Thallauer spielerisch unsere neurobiologischen Grundlagen der Texterkennung aus. Babak Saed und Dagmar Buhr fordern den Betrachter heraus, sich mit dem Inhalt ihrer mehrdeutigen Wortbilder auseinanderzusetzen. Und die Schriftstellerin Herta Müller, die 2009 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, schöpft aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Wörter und reimt Gedichte in Collagenform, die sie mit Bildern kombiniert.

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 Die zweiteilige Installation, die Elizabeth Thallauer für den Kulturort Badstraße 8 konzipiert hat, spielt mit den Grenzen der Wahrnehmung. Der bekannte Raum verwandelt sich mithilfe obsoleter Medienträger in eine imaginäre Szene, in der ein psychedelisches Spiel mit der Zeit und den Sinnen stattfindet.


Durch die Momentaufnahme von Licht, Schatten und Reflektionen wird der Raum wie eine Collage optisch dekonstruiert. Neue Winkel, Wände, Formen erscheinen überraschend aus dem Nirgendwo. Spiegelglasobjekte falten die innere Architektur um und verbinden sich durch verzerrte Bildübertragung mit anderen Teilen der Installation.

Intensive Bildsequenzen, die im digitalen Raum entstanden sind, überbrücken diese Momentaufnahmen und definieren den Zeitverlauf neu.

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